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Dresdener Bahn bleibt Ärgerstrecke: Land spart Millionen – Pendler warten weiter

Rangsdorf/Zosse - Für viele Pendler in Rangsdorf und Zossen bleibt die Dresdener Bahn ein tägliches Geduldsspiel. Ausgerechnet dort, wo die Region dringend verlässliche Verbindungen braucht, sieht das Brandenburger Infrastrukturministerium bis zum Frühjahr 2027 kaum Spielraum für Verbesserungen.


Das geht aus der Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der SPD-Landtagsabgeordneten Ines Seiler hervor.


Der Grund liegt im weiter verzögerten Umbau des Bahnhofs Zossen. Dort kommt die Zusammenführung der Stellwerkstechnik nicht wie geplant voran. Die Folge: Die Linien RB 10 und RB 24 können weiterhin nicht im ursprünglich vorgesehenen Umfang fahren.


Für Berufspendler, Schüler und Familien in Rangsdorf, Dabendorf, Zossen und Wünsdorf-Waldstadt bedeutet das: weniger Auswahl, längere Wartezeiten und mehr Unsicherheit im Alltag.


Keine schnelle Entlastung in Sicht

Nach Angaben des Ministeriums soll sich die Lage erst mit der Inbetriebnahme des elektronischen Stellwerks in Zossen im März 2027 normalisieren. Bis dahin bleibt das Angebot ausgedünnt. Forderungen nach kurzfristigen Verbesserungen weist das Haus von Infrastrukturminister Robert Crumbach zurück.


So hatte die Gemeindevertretung Rangsdorf eine Verlängerung der RB 10 außerhalb der Hauptverkehrszeiten ins Gespräch gebracht. Das Ministerium hält das jedoch wegen fehlender Fahrzeuge und mangelnder Personalverfügbarkeit nicht für machbar.


Außerdem müssten Züge in Rangsdorf oder Dabendorf wenden können. Genau daran scheitere es laut Ministerium an der vorhandenen Gleisinfrastruktur und möglichen Konflikten mit der Linie RE 8.


Auch ein Schienenersatzverkehr mit Bussen bis Wünsdorf-Waldstadt bleibt umstritten.

Das Ministerium bewertet einen solchen Ersatzverkehr weiterhin als verkehrlich nicht sinnvoll. Zur Begründung verweist es darauf, dass die Bahn in den weit überwiegenden Fällen erhebliche Fahrzeitvorteile gegenüber dem Bus biete.


Ines Seiler überzeugt das nicht. Sie kritisiert, es entstehe der Eindruck, dass eher nach Ausreden als nach Lösungen gesucht werde. Aus Sicht der SPD-Abgeordneten müsse das Land genauer darlegen, welche Alternativen tatsächlich geprüft worden seien.


6,9 Millionen Euro weniger Kosten

Besonders brisant: Während die Fahrgäste mit Einschränkungen leben müssen, wird der Landeshaushalt durch die nicht erbrachten Zugleistungen entlastet. Für die Jahre 2025 und 2026 geht es nach Angaben aus der Anfrage um rund 6,9 Millionen Euro.


Trotz dieser Summe stellt das Ministerium derzeit keine konkreten zusätzlichen Maßnahmen in Aussicht. Seiler nennt das schwer vermittelbar. Es könne nicht sein, dass das Land Millionenbeträge einbehalte, während Entlastungen für die betroffenen Fahrgäste kategorisch abgelehnt würden.


Die freiwerdenden Mittel müssten dort eingesetzt werden, wo die Einschränkungen besonders stark zu spüren seien: in Rangsdorf und Zossen.


Für die Region ist das mehr als ein technisches Bahnproblem. Die Dresdener Bahn ist eine zentrale Achse zwischen dem südlichen Berliner Umland, dem Landkreis Teltow-Fläming und der Hauptstadt.


Wer hier wohnt und arbeitet, ist auf verlässliche Verbindungen angewiesen. Gerade für Pendler, Schüler und Auszubildende sind Taktlücken kein kleines Ärgernis, sondern ein handfestes Alltagsproblem.


Droht jetzt auch noch Tempo 160 statt 200?

Zusätzlichen Ärger gibt es beim langfristigen Ausbau der Strecke. Der vollständige Ausbau der Dresdener Bahn für Geschwindigkeiten bis 200 km/h verschiebt sich nach bisherigem Stand von 2029 auf 2033. Als Grund werden unter anderem umweltrechtliche Anforderungen im Fauna-Flora-Habitat „Niederung der Notte“ bei Zossen genannt.


Nun steht offenbar sogar im Raum, das ursprüngliche Ausbauziel abzuspecken. Die Deutsche Bahn prüft demnach, ob die Strecke statt für 200 km/h nur für 160 km/h ertüchtigt werden könnte.


Das hätte weitreichende Folgen: Bestehende Bahnübergänge könnten erhalten bleiben, Eingriffe in das geschützte Moorgebiet würden geringer ausfallen. Zugleich wäre es ein deutlicher Rückschritt gegenüber den bisherigen Ausbauzielen.


Für Rangsdorf, Zossen und die gesamte Region bleibt damit eine bittere Zwischenbilanz: Kurzfristig gibt es weniger Regionalverkehr, mittelfristig keinen schnellen Ausweg und langfristig neue Fragezeichen beim großen Ausbauprojekt.


Die Dresdener Bahn soll schneller, moderner und leistungsfähiger werden. Vor Ort kommt davon derzeit vor allem eines an: Warten.

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