Zehn Jahre Eigenbetrieb Wohnen: Rangsdorf hält an bezahlbarem Wohnraum fest
- Redaktion

- vor 6 Tagen
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Rangsdorf - Bezahlbare Wohnungen sind längst zu einem der drängendsten Themen in vielen Kommunen geworden – auch in Rangsdorf. Der gemeindliche Eigenbetrieb Wohnen feiert in diesem Jahr sein zehnjähriges Bestehen.
Für die Gemeinde ist das Jubiläum nicht nur ein Rückblick auf Sanierungen, Neubauten und wirtschaftliche Entwicklung, sondern auch ein Signal: Rangsdorf will weiter Verantwortung für bezahlbaren Wohnraum übernehmen.
Der Eigenbetrieb wurde zum 1. Januar 2016 gegründet. Seitdem kümmert er sich um Wohn-, Geschäfts- und Erholungsgrundstücke der Gemeinde. Dazu zählen Mietwohnungen, Pachtgrundstücke und Erbbaugrundstücke ebenso wie Sanierungen, Modernisierungen und Neubauprojekte.
Wie die Gemeinde Rangsdorf in einer Pressemitteilung mitteilt, arbeitet der Eigenbetrieb wirtschaftlich solide. Überschüsse würden wieder in den Erhalt und die Modernisierung des Bestandes investiert.
Mehr als 160 Wohnungen im Bestand
Heute umfasst der Bestand des Eigenbetriebs rund 160 Wohneinheiten. Seit der Gründung wurden nach Angaben der Gemeinde 24 Wohnungen grundhaft saniert und insgesamt 98 Mietverträge abgeschlossen.
Rund 804.000 Euro investierte der Eigenbetrieb demnach in die Sanierung von Wohnungen. Weitere rund 811.000 Euro flossen in Reparaturen, neue Heizungen und die Modernisierung technischer Anlagen.
Finanziert wird der Eigenbetrieb vor allem durch Mieten, Pachten und Erbbaurechte. Freiwerdende Grundstücke werden je nach Lage und Größe neu verpachtet oder als Erbbaurecht vergeben.
Allein im Jahr 2026 konnten laut Gemeinde bereits zwei neue Pachtverträge abgeschlossen und ein Erbbaurecht vergeben werden. Die jährlichen Erbbaupachterträge von inzwischen mehr als 120.000 Euro bilden eine wichtige Grundfinanzierung.
Kurswechsel nach Jahren des Verschleißes
Die Gemeinde verweist dabei auch auf einen grundlegenden Kurswechsel. Bis 2015 seien die kommunalen Wohnungen eher auf Verschleiß genutzt worden. Es habe wenig Unterhaltung gegeben, freie Wohn- und Pachtgrundstücke seien verkauft worden.
Zugleich habe der Wohnungsbestand den Gemeindehaushalt jährlich meist mit mehr als 100.000 Euro unterstützt. 2015 leitete die Gemeindevertretung schließlich eine andere Richtung ein.
Seitdem steht stärker im Mittelpunkt, den vorhandenen Wohnungsbestand zu erhalten, zu modernisieren und für Menschen mit geringem oder mittlerem Einkommen zugänglich zu halten. Gerade angesichts steigender Mieten und wachsender Nachfrage bekommt diese Aufgabe nach Einschätzung der Gemeinde weiter an Bedeutung.
Hilfe in schwierigen Lebenslagen
Der Eigenbetrieb leistet nach Darstellung der Gemeinde auch einen sozialen Beitrag für Rangsdorf. Immer häufiger würden sich Bürgerinnen und Bürger an den Eigenbetrieb wenden, weil Wohnungen auf dem freien Markt kaum noch bezahlbar seien.
Besonders Menschen in schwierigen Lebenssituationen benötigten Unterstützung – etwa nach einer Trennung, bei Krankheit, Arbeitslosigkeit oder nach einer Eigenbedarfskündigung.
Auch lange Bearbeitungszeiten bei Sozialleistungen könnten die Wohnungssuche zusätzlich erschweren. Der Eigenbetrieb soll in solchen Fällen helfen, Wohnraum zu sichern und neue Perspektiven zu ermöglichen. Zum Angebot gehören nach Gemeindeangaben auch altersgerechte und barrierearme Wohnungen.
Neubau am Jütenweg als sichtbares Projekt
Ein wichtiger Meilenstein war der Neubau am Jütenweg 1–3. Dort konnten im Jahr 2023 insgesamt 15 neue Wohnungen bezogen werden. Die modernen und barrierearmen Wohnungen richten sich an Menschen verschiedener Alters- und Einkommensgruppen. Möglich wurde das Projekt auch durch Förderung des Landes Brandenburg.

Bild: Gemeinde Rangsdorf
Die Gemeinde verweist zugleich auf Schwierigkeiten während der Umsetzung. Wegen langer Baugenehmigungszeiten habe das Projekt zweimal umgeplant werden müssen. Dadurch und durch die allgemein gestiegenen Baukosten zwischen 2016 und 2020 hätten sich die Kosten deutlich erhöht.
Weitere Sanierungen sind geplant
Auch in den kommenden Jahren bleibt für den Eigenbetrieb viel zu tun. Derzeit laufen die Vorbereitungen für Sanierungsarbeiten an den Wohngebäuden in der Großmachnower Allee 2 und 3 sowie Am Stadtweg 6 bis 12. In der Großmachnower Allee soll die Heizung erneuert werden.
Zugleich ist eine Sanierung der Versorgungsstränge in den Häusern vorgesehen. Auch Am Stadtweg sollen die Versorgungsstränge saniert werden. Dort sieht die Baugenehmigung zudem eine energetische Ertüchtigung und die Erneuerung der Balkone vor.
Darüber hinaus plant die Gemeinde bereits ein weiteres Mehrfamilienhaus an der Walther-Rathenau-Straße 102. Klar sei aber auch: Die Nachfrage bleibt hoch, während Bau- und Instandhaltungskosten Städte und Gemeinden weiterhin stark fordern.
Wohnen, Sicherheit und Bahnhofsumfeld
Neben dem Wohnungsbestand wurden über den Eigenbetrieb auch weitere Projekte umgesetzt oder vorbereitet. Auf einem Wohngrundstück des Eigenbetriebs entstand in den ersten Jahren die Rettungswache in der Winterfeldallee.

Bild: Gemeinde Rangsdorf
Sie wurde nach Angaben der Gemeinde kostenneutral an den Rettungsdienst im Landkreis vermietet und soll einen Beitrag zur Sicherheit der Rangsdorferinnen und Rangsdorfer leisten.
Ein weiteres Vorhaben ist ein Imbissgebäude am westlichen Bahnhofsvorplatz. Dafür läuft derzeit das Baugenehmigungsverfahren.
Für Rangsdorf bleibt der Eigenbetrieb damit ein wichtiges kommunales Instrument: nicht nur zur Verwaltung von Grundstücken und Wohnungen, sondern auch zur Sicherung bezahlbaren Wohnraums. Gerade in Zeiten steigender Kosten und hoher Nachfrage dürfte diese Aufgabe weiter an Bedeutung gewinnen.
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