100 Jahre Grüne Woche – und Teltow-Fläming mittendrin
- Redaktion

- 16. Jan.
- 3 Min. Lesezeit

Berlin - Wenn sich vom 16. bis 25. Januar 2026 die Tore der Internationalen Grünen Woche öffnen, wird Berlin erneut zum Treffpunkt der Agrar-, Ernährungs- und Genusswelt. Zum 100. Jubiläum der Messe strömen hunderttausende Besucher auf das Gelände unter dem Funkturm – Konsumenten, Fachpublikum, politische Entscheider und internationale Gäste. Die Grüne Woche ist längst mehr als eine Verbrauchermesse: Sie ist Trendbarometer, politische Bühne und handfester Wirtschaftsfaktor.
Die Grüne Woche als Bühne für Regionen
Gerade für ländlich geprägte Regionen ist die Messe eine seltene Gelegenheit, sich in kurzer Zeit einem riesigen Publikum zu präsentieren. In den Länder- und Regionenhallen geht es nicht nur um Kostproben, sondern um Image, Sichtbarkeit und Standortfragen: Wo lässt es sich gut leben? Wo entstehen regionale Wertschöpfungsketten? Und wie verbinden sich Tradition und moderne Landwirtschaft?
Die Brandenburg-Halle (Halle 21a) gehört dabei seit Jahren zu den publikumsstärksten Bereichen der Messe. Hier verdichtet sich Brandenburg auf wenigen Quadratmetern – mit regionaler Küche, Tourismusangeboten und politischen Botschaften zum ländlichen Raum.
Teltow-Fläming im Zentrum der Brandenburg-Halle
Mitten in diesem Messegeschehen positioniert sich Teltow-Fläming am Stand 165. Zum Jubiläumsjahr nutzt der Landkreis die Strahlkraft der Grünen Woche, um sich bewusst breiter zu zeigen als nur über einzelne Produkte. Es geht um Genuss, aber ebenso um Heimat, Wirtschaft und Zukunftsperspektiven.
Dezernent Siegmund Trebschuh bringt die Linie auf den Punkt. Man wolle den Landkreis als „moderne und zugleich traditionsbewusste Region“ präsentieren – nicht nur für Konsumenten und Ausflugsgäste, sondern ausdrücklich auch als attraktiven Wohn- und Arbeitsstandort. Die Grüne Woche sei dabei mehr als eine Leistungsschau: aktive Wirtschaftsförderung, Kontaktbörse und Startschuss für eine erfolgreiche Saison.
Politische Zwischentöne gehören zur Grünen Woche
Dass die Grüne Woche immer auch politisch ist, zeigt sich traditionell in Gesprächen am Rand der Stände. In diesem Jahr bringt Teltow-Fläming ein klares Thema mit: die Zukunft des ländlichen Raums. Landwirtschaftsamtsleiter Dr. Andreas Jende verweist auf ein gemeinsames Schreiben von Landkreis und Bürgermeisterkreis an die Landesregierung, in dem die Fortführung der LEADER-Förderung über 2028 hinaus eingefordert wird. Dabei handelt es sich um ein EU-Förderprogramm zur Entwicklung ländlicher Regionen, das Projekte wie Dorferneuerung, Tourismus, regionale Vermarktung oder Vereinsarbeit unterstützt und nach dem Grundsatz funktioniert, dass die Regionen selbst über ihre Entwicklung entscheiden. Für Landkreise wie Teltow-Fläming ist LEADER damit ein zentrales Instrument, um kommunale Gestaltungskraft, Ehrenamt und regionale Wirtschaft zu stärken. Die Grüne Woche dient so auch als Resonanzraum für strukturpolitische Anliegen, die weit über zehn Messetage hinausreichen.
Zwischen Tradition und digitalem Aufbruch
Typisch für die Grüne Woche ist der Spagat zwischen Bewährtem und Neuem. Neben Klassikern wie regionalen Spezialitäten oder touristischen Dauerbrennern setzt Teltow-Fläming bewusst auf moderne Akzente. Ein Beispiel ist der geplante digitale „Zwilling“ der bekannten Land-Traum-Karte, der künftig interaktiv durch Dörfer, Landschaften und Ausflugsziele führen soll. Gerade auf einer Messe, auf der Millionen Eindrücke konkurrieren, wird so deutlich: Regionalmarketing funktioniert heute analog und digital.
Kulinarischer Kalender als Publikumsmagnet
Natürlich bleibt die Grüne Woche vor allem eines: ein Fest für die Sinne. Entsprechend setzt der Landkreis auf täglich wechselnde Aussteller – von Honig, Obstwein und Backwaren bis hin zu Fleisch-, Eier- und Destillatspezialitäten. Dieses rotierende Programm sorgt dafür, dass der Stand über die gesamte Messelaufzeit hinweg attraktiv bleibt und Besucher immer wieder zurückkehren.
Der Auftritt von Teltow-Fläming zeigt exemplarisch, wofür die Grüne Woche 2026 steht: Verdichtung von Themen. Genuss trifft auf Wirtschaft, Tourismus auf Strukturpolitik, Heimat auf Internationalität. In der Brandenburg-Halle wird sichtbar, wie Regionen sich heute präsentieren müssen – selbstbewusst, vielfältig und anschlussfähig. Für Teltow-Fläming ist die Messe damit nicht nur Pflichttermin, sondern strategische Investition in Sichtbarkeit und Zukunft.
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