81 Jahre nach der Befreiung: Gemeinde erinnert an Opfer des „Ausländerkrankenhauses Mahlow“
- Redaktion

- 16. Apr.
- 2 Min. Lesezeit
Blankenfelde-Mahlow – Mehr als acht Jahrzehnte nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs bleibt das Gedenken an die Opfer nationalsozialistischer Verbrechen ein zentraler Bestandteil der lokalen Erinnerungskultur.
In Blankenfelde-Mahlow wird am Mittwoch, 22. April, ein solcher Moment des Innehaltens begangen.
Kranzniederlegung am historischen Ort
Bürgermeister Michael Schwuchow wird um 10 Uhr am ehemaligen Gelände des sogenannten „Ausländerkrankenhauses Mahlow“ einen Kranz niederlegen. Die Gedenkveranstaltung findet am Ende der Ahornstraße im Ortsteil Blankenfelde statt, Treffpunkt ist die Stele 1 des Rundwegs.
Die Gemeinde lädt ausdrücklich auch Bürgerinnen und Bürger ein, an der Veranstaltung teilzunehmen und gemeinsam der Opfer zu gedenken.
Damit soll ein Zeichen gegen das Vergessen gesetzt werden – direkt an einem Ort, der eng mit der Geschichte des Nationalsozialismus verbunden ist.
Ort des Leidens: Zwangsarbeit und Tod
Das „Ausländerkrankenhaus Mahlow“ wurde 1942 errichtet. Ziel war es nach damaliger NS-Logik, Zwangsarbeiter mit möglichst geringem medizinischem Aufwand wieder arbeitsfähig zu machen.
Hinter dieser nüchternen Beschreibung verbirgt sich ein System der Ausbeutung und Entmenschlichung.
Nach vorliegenden Informationen kamen insgesamt 1.494 Menschen in dem Lager ums Leben, darunter auch Kinder. Die hohe Zahl der Opfer verdeutlicht die Bedeutung des Ortes als Mahnmal für die Verbrechen jener Zeit.
Gedenkort mit wachsender Bedeutung
Das Gelände wurde 2007 als Bodendenkmal unter Schutz gestellt. Zwei Jahre später beschloss die Gemeindevertretung, die Erinnerung an die Schicksale der Insassen dauerhaft am authentischen Ort zu verankern.
Ein wichtiger Schritt folgte 2013 mit der Einweihung des Stelenrundwegs, der Besucherinnen und Besuchern die Geschichte des Ortes näherbringt.
Aktuell wird zudem daran gearbeitet, das ehemalige Desinfektionsgebäude in den Gedenkort einzubeziehen und die historische Aufarbeitung weiter zu vertiefen.
Erinnerung als Auftrag
Die jährlichen Gedenkveranstaltungen machen deutlich: Die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ist keine abgeschlossene Aufgabe. Vielmehr bleibt sie eine dauerhafte Verantwortung – auch auf kommunaler Ebene.
Die Gemeinde Blankenfelde-Mahlow setzt mit der Kranzniederlegung ein bewusstes Zeichen für Erinnerung, Verantwortung und historisches Bewusstsein.
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