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Kinderklinik-Aus in Ludwigsfelde: „Schwerer Schlag für Familien“

Ludwigsfelde - Diese Nachricht trifft viele Familien im Landkreis Teltow-Fläming hart: Die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin im Evangelischen Krankenhaus Ludwigsfelde-Teltow soll zum 31. Juli 2026 schließen. Für Eltern kranker Kinder bedeutet das künftig vor allem eines: weitere Wege, mehr Organisation – und weniger wohnortnahe Sicherheit im Ernstfall.


Der CDU-Landtagsabgeordnete Danny Eichelbaum kritisiert die Entscheidung deutlich.

Die Schließung sei „ein schwerer Schlag für Familien im Landkreis Teltow-Fläming“ und zugleich ein „alarmierendes Zeichen“ für die Entwicklung der Krankenhauslandschaft im ländlichen Raum.


Sorge um die Versorgung vor Ort

Nach Angaben des Krankenhausträgers hängt die Entscheidung mit der zunehmenden Ambulantisierung medizinischer Leistungen und den Vorgaben der Krankenhausreform zusammen. Stationäre Behandlungen sollen künftig stärker gebündelt werden.


Die Versorgung von Kindern und Jugendlichen aus der Region soll künftig das Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam übernehmen.


Für Eichelbaum ist das zwar ein wichtiger Baustein – aber kein gleichwertiger Ersatz für eine Kinderklinik in Ludwigsfelde. Gerade Eltern mit kranken Kindern bräuchten schnelle Hilfe, kurze Wege und verlässliche Strukturen vor Ort.


Wenn immer mehr medizinische Angebote aus der Fläche verschwänden, werde das Vertrauen vieler Menschen in eine gleichwertige Versorgung geschwächt.


„Es kann nicht sein, dass immer mehr medizinische Angebote aus der Fläche verschwinden und Familien künftig längere Wege in Kauf nehmen müssen, wenn ihre Kinder stationär behandelt werden müssen“, erklärte Eichelbaum.


Krankenhausreform unter Druck

Die Debatte zeigt, wie empfindlich die Gesundheitsversorgung im Berliner Umland inzwischen geworden ist. Einerseits stehen Kliniken unter wirtschaftlichem Druck. Andererseits wächst der Anspruch der Menschen, auch außerhalb der großen Zentren verlässlich versorgt zu werden.


Gerade Teltow-Fläming ist eine wachsende Region, in der Familien, Berufspendler und ältere Menschen gleichermaßen auf funktionierende Infrastruktur angewiesen sind.


Eichelbaum sieht in der Schließung deshalb mehr als nur eine einzelne Standortentscheidung. Aus seiner Sicht führe die Krankenhausreform des Bundes zunehmend dazu, dass medizinische Leistungen zentralisiert und kleinere Standorte geschwächt würden.


Die Menschen erwarteten jedoch keine weiteren Kürzungen, sondern eine Stärkung der regionalen Gesundheitsversorgung.

Wer von gleichwertigen Lebensverhältnissen spreche, dürfe die medizinische Versorgung im Berliner Umland nicht Schritt für Schritt ausdünnen, so der Landtagsabgeordnete.


Krankenhaus bleibt für die Region wichtig

Das Evangelische Krankenhaus Ludwigsfelde-Teltow bleibt nach der Schließung der Kinder- und Jugendmedizin weiter ein wichtiger medizinischer Standort für die Region. Genannt werden insbesondere die Innere Medizin, Orthopädie- und Unfallchirurgie, Allgemeinchirurgie, Geriatrie sowie die Notfallversorgung.


Trotzdem bleibt der Wegfall der Kinder- und Jugendmedizin ein Einschnitt. Für Familien aus Ludwigsfelde, Großbeeren, Blankenfelde-Mahlow, Trebbin, Rangsdorf und weiteren Orten im Landkreis kann sich im Krankheitsfall künftig die Frage stellen: Wohin, wenn das Kind stationär behandelt werden muss?


Ruf nach Umdenken

Eichelbaum fordert nun ein Umdenken in der Gesundheitspolitik. Krankenhauspolitik dürfe sich nicht allein an betriebswirtschaftlichen Kennzahlen orientieren. Gesundheitliche Versorgung sei Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge und müsse auch in der Fläche dauerhaft gesichert bleiben.


Der Fall Ludwigsfelde dürfte damit nicht nur eine lokale Debatte bleiben. Er steht beispielhaft für die Frage, wie viel medizinische Infrastruktur eine wachsende Region im direkten Umfeld Berlins braucht – und was Familien vor Ort erwarten dürfen.

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