Diedersdorf bekommt Zukunftswald: 50 Hektar gegen Klimastress
- Redaktion

- 8. Mai
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 11. Mai
Blankenfelde-Mahlow/Diedersdorf – Brandenburgs Wälder stehen unter Druck.
Trockenheit, Hitze und alte Monokulturen setzen den Bäumen immer stärker zu. In Diedersdorf soll nun gezeigt werden, wie Wald auch in Zeiten des Klimawandels eine Zukunft haben kann.
Mit dem Projekt „Diedersdorfer Dauerwald“ starten das Familienunternehmen A. Dohrn & A. Timm, die Familie Gäbert aus Diedersdorf und der Landkreis Teltow-Fläming eine öffentlich-private Partnerschaft mit Pioniercharakter.
Auf rund 50 Hektar Waldfläche südlich von Berlin soll ein bisher wirtschaftlich geprägter Wald Schritt für Schritt zu einem stabileren, artenreicheren und widerstandsfähigeren Dauerwald umgebaut werden.
Erste Bäume, erste Schautafeln
Der offizielle Startschuss fällt am Mittwoch, 20. Mai 2026 in Blankenfelde-Mahlow. Dort sollen erste Pionierbäume gepflanzt und erklärende Schautafeln aufgestellt werden.
Erwartet werden unter anderem Dr. Carsten Leßner, Leiter der obersten Forstbehörde des Landes Brandenburg, Landrätin Kornelia Wehlan sowie Sabine und Charlotte Mühlbauer von A. Dohrn & A. Timm.
Warum Brandenburgs Wald Hilfe braucht
Der Hintergrund ist ernst: Laut Waldzustandsbericht 2024 weisen in Brandenburg nur noch neun Prozent der Bäume keine sichtbaren Schäden auf. Besonders problematisch sind vielerorts reine Monokulturen, die in früheren Jahrzehnten vor allem nach wirtschaftlichen Kriterien angelegt wurden.
Solche Bestände gelten als anfälliger für Trockenstress, Schädlinge und Extremwetter.
Das Diedersdorfer Projekt setzt genau dort an.
Auf Grundlage der Erkenntnisse des EU-geförderten Forschungsprojekts „LIFE Future Forest – Lebendiger Boden für Wald und Klima“ soll wissenschaftlich begleitet erprobt werden, wie sich Waldbewirtschaftung langfristig verändern lässt.
Wasser, Klima, Artenvielfalt
Im Mittelpunkt steht nicht allein die Holzproduktion. Das Projekt soll auch sogenannte Ökosystemleistungen stärken: den Schutz des regionalen Wasserkreislaufs, die Klimafunktion des Waldes, mehr Biodiversität und die Erholungsfunktion für Menschen vor Ort.
Eine wichtige Rolle spielt dabei auch das Thema Wasser. A. Dohrn & A. Timm produziert am Standort Diedersdorf vor allem Bio-Getränke.
Das Unternehmen verweist deshalb auf die Bedeutung lokaler Kreisläufe und sieht den Wald als zentrale Stellschraube für den Schutz dieser Ressource.
Zukunftsprämie für Waldbesitzer
Ein besonderer Ansatz des Projekts ist die sogenannte Zukunftsprämie. A. Dohrn & A. Timm unterstützt die Umstellung finanziell, um mögliche Mindererlöse der Waldbesitzer auszugleichen. Damit soll ökologisches Umsteuern auch wirtschaftlich attraktiv werden.
So sollen Waldbesitzer nicht nur Projektpartner, sondern auch Multiplikatoren für eine nachhaltigere Waldbewirtschaftung werden.
Für den Landkreis Teltow-Fläming ist das Projekt damit mehr als eine Pflanzaktion: Es ist ein Versuch, Klimaschutz, Wirtschaft und regionale Verantwortung praktisch miteinander zu verbinden.
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