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Handwerk in Brandenburg unter Druck: Aufträge sinken, Stimmung kippt

Landkreis Teltow-Fläming - Die wirtschaftliche Lage im Handwerk verschlechtert sich weiter – das zeigen aktuelle Konjunkturumfragen aus Brandenburg.


Sowohl regional in Westbrandenburg als auch landesweit melden Betriebe sinkende Aufträge, schwächere Umsätze und wachsende Unsicherheit.


Geschäftslage trübt sich weiter ein

Im Kammerbezirk Potsdam – zu dem auch der Landkreis Teltow-Fläming gehört – bewerten aktuell nur noch 74,1 Prozent der Betriebe ihre Lage als gut oder zumindest befriedigend.

Damit erreicht die Stimmung den niedrigsten Stand der vergangenen Jahre.


Besonders deutlich ist der Einbruch im Bauhauptgewerbe: Hier sank der Anteil zufriedener Betriebe innerhalb eines Jahres von über 80 Prozent auf nur noch rund zwei Drittel.


Auch landesweit zeigt sich ein ähnliches Bild. Brandenburgweit liegt der Anteil der Betriebe mit positiver Lageeinschätzung bei 73,8 Prozent – ein leichter, aber kontinuierlicher Rückgang.


Auftragsbücher werden dünner

Ein zentrales Warnsignal: Die Auftragsreichweiten schrumpfen deutlich.In Westbrandenburg liegt der durchschnittliche Auftragsvorlauf nur noch bei 8,9 Wochen – im Vorjahr waren es noch 11,5 Wochen.


Auch landesweit zeigt sich dieser Trend: Die Betriebe verfügen im Schnitt über rund 9,3 Wochen Planungssicherheit.


Gleichzeitig berichten mehr Unternehmen von sinkenden Auftragseingängen als von steigenden. Die Nachfrage bleibt damit spürbar schwach.


Umsätze unter Druck – Kosten steigen

Die wirtschaftliche Schieflage zeigt sich zunehmend in den Zahlen:

• In Brandenburg melden über 40 Prozent der Betriebe Umsatzrückgänge

• Nur rund 14 Prozent können ihre Umsätze steigern


Ein zentrales Problem bleibt laut Handwerk die Preisentwicklung:

Viele Betriebe könnten gestiegene Kosten für Material, Energie und Vorleistungen nicht vollständig an ihre Kunden weitergeben. Dadurch geraten die Erträge zunehmend unter Druck.


Investitionen werden verschoben

Die Unsicherheit schlägt direkt auf die Zukunftsplanung durch:Nur noch rund 12 Prozent der Betriebe investieren mehr als zuvor, während ein wachsender Anteil Investitionen zurückstellt oder reduziert.


Der Investitionssaldo ist damit deutlich ins Negative gerutscht – ein Hinweis darauf, dass viele Unternehmen aktuell auf Sicht fahren.


Beschäftigung noch stabil – aber mit Rissen

Auf den ersten Blick bleibt der Arbeitsmarkt stabil: Die Mehrheit der Betriebe hält ihr Personal.


Doch insbesondere im Bau zeigt sich ein anderes Bild: Dort stehen deutliche Personalabbauten einem vergleichsweise geringen Aufbau gegenüber.


Branchenübergreifend berichten rund 20 Prozent der Betriebe von sinkenden Beschäftigtenzahlen.


Erwartungen: Kaum Hoffnung auf schnelle Erholung

Der Blick nach vorn fällt verhalten aus.Nur etwa jeder fünfte Betrieb rechnet mit einer Verbesserung der Lage in den kommenden Monaten.


Ebenso viele erwarten eine Verschlechterung – der Rest geht von Stagnation aus.

Damit ist die Zuversicht im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken.


Handwerk fordert klare politische Signale

Aus Sicht der Branchenvertretung ist die Lage ernst. Steigende Sozialabgaben, hohe Energiepreise, Bürokratie und unsichere Rahmenbedingungen würden die Betriebe zunehmend belasten.


Gefordert werden vor allem:

• verlässlichere wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen

• spürbare Entlastungen

• schnellere Verfahren


Ohne konkrete Maßnahmen drohten langfristige Strukturprobleme – mit Auswirkungen auf Versorgung, Ausbildung und regionale Wirtschaftskraft.

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