Mit Werkzeug und Weltblick: Brandenburgs Handwerk geht auf Europa-Kurs
- Redaktion

- 17. März
- 2 Min. Lesezeit
Landkreis Teltow-Fläming / Potsdam - Wenn junge Handwerker aus Brandenburg plötzlich auf Baustellen in Dänemark arbeiten, in italienischen Backstuben stehen oder in finnischen Werkhallen neue Techniken erlernen, zeigt sich: Das Handwerk ist längst international unterwegs – und bringt frische Impulse zurück in die Region.
Rund 50 Nachwuchskräfte aus dem Kammerbezirk der Handwerkskammer Potsdam haben zwischen 2025 und Februar 2026 einen beruflichen Lernaufenthalt im Ausland absolviert.
Ihre Erfahrungen reichen von modernen Bauverfahren bis hin zu neuen Arbeitsabläufen und internationaler Teamarbeit.
Europa-Erfahrung als Karrieresprungbrett
Am 24. März 2026 werden die jungen Handwerkerinnen und Handwerker in der Staatskanzlei Brandenburg für ihre Leistungen ausgezeichnet. Sie erhalten den sogenannten „Europass Mobilität“ – ein EU-Dokument, das die im Ausland erworbenen Fähigkeiten offiziell bestätigt und damit auch für den weiteren Berufsweg eine wichtige Rolle spielt.
Die Bandbreite der Gewerke ist groß: Maurer, Dachdecker, Metallbauer, Elektriker, Konditoren oder Kfz-Mechatroniker – sie alle konnten ihren Horizont erweitern. Statt klassischer Ausbildung im Betrieb hieß es für viele: Praxis im internationalen Umfeld.
Lernen in Europa – und darüber hinaus
Die Aufenthalte führten die Teilnehmenden in zahlreiche Länder: darunter Spanien, Italien, Dänemark, Finnland und Malta, aber auch Frankreich, Belgien, die Niederlande, Kroatien, Österreich – und sogar Japan.
Im Rahmen des EU-Programms Erasmus+ arbeiteten die Nachwuchskräfte mehrere Wochen bis Monate in ausländischen Betrieben. Dabei ging es nicht nur um handwerkliche Fertigkeiten, sondern auch um Sprachpraxis, interkulturelle Kompetenz und neue Organisationsformen.
Auch Ausbilderinnen und Ausbilder nutzten die Gelegenheit, um internationale Einblicke in die Berufsbildung zu gewinnen und neue Impulse für die Ausbildung in Brandenburg mitzunehmen.
Mehr als persönliche Erfahrung
Für die Handwerksbetriebe im Land haben diese Auslandsaufenthalte eine strategische Bedeutung. Wer internationale Erfahrung mitbringt, stärkt nicht nur die eigene Qualifikation, sondern auch die Innovationskraft der Betriebe.
Dörte Thie, Vizepräsidentin der Handwerkskammer Potsdam, betonte, Betriebe benötigten Fachkräfte, die ihr Handwerk sicher beherrschen und gleichzeitig offen für neue Ideen seien. Genau diese Kombination entstehe durch Auslandserfahrungen bereits in der Ausbildung.
Gerade kleine und mittelständische Unternehmen profitieren davon: Neue Techniken, andere Herangehensweisen und ein erweiterter Blick auf das eigene Handwerk fließen direkt in den Arbeitsalltag vor Ort ein.
Impulse auch für die Region
Auch wenn die Lernaufenthalte weit über Brandenburg hinausführen, wirken sie unmittelbar zurück in die Region – etwa nach Ludwigsfelde, Luckenwalde oder Zossen. Denn genau dort setzen die jungen Fachkräfte ihr erweitertes Wissen ein.
Das Ergebnis: ein moderneres, vernetztes Handwerk, das sich zunehmend europäisch versteht – und damit auch für die Zukunft besser aufgestellt ist.
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