Nach Stromausfall in Berlin: Auch in Teltow-Fläming fordert man besseren Schutz kritischer Infrastruktur
- Redaktion

- 13. Jan.
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Berlin-Lichterfelde / Teltow-Fläming - Ein Brandanschlag auf eine Kabelbrücke im Berliner Ortsteil Lichterfelde hat Anfang Januar einen der schwersten Stromausfälle der vergangenen Jahrzehnte in der Hauptstadt ausgelöst. Über mehrere Tage waren große Teile des Berliner Südwestens ohne Energieversorgung. Der CDU-Landtagsabgeordnete und CDU-Kreisvorsitzende Teltow-Fläming Danny Eichelbaum spricht von einem gezielten Angriff auf das Gemeinwesen und fordert spürbare Konsequenzen.
„Der Brandanschlag auf die Kabelbrücke in Berlin-Lichterfelde ist ein schweres Verbrechen und ein Akt linksextremistischen Terrors“, erklärt Eichelbaum in einer Pressemitteilung. Die Tat habe gezeigt, wie verwundbar zentrale Versorgungsstrukturen seien.
So lief der Anschlag ab
In den frühen Morgenstunden wurden mehrere Starkstrom- und Mittelspannungskabel an einer Kabelbrücke über den Teltowkanal in Brand gesetzt. Die Kabel versorgten weite Teile des Berliner Südwestens mit Strom. Durch die massive Beschädigung musste das betroffene Netzsegment sofort abgeschaltet werden. Reparaturen gestalteten sich aufwendig, da mehrere Leitungen gleichzeitig zerstört worden waren.
Ermittlungsbehörden sprechen von einer gezielten Sabotage kritischer Infrastruktur. Ein im Internet veröffentlichtes Bekennerschreiben wird der linksextremistischen Vulkangruppe zugeschrieben. Die Bundesanwaltschaft übernahm die Ermittlungen wegen des Verdachts auf terroristische Straftaten.
Zehntausende Haushalte betroffen
Die Folgen waren erheblich: Rund 40.000 Haushalte sowie mehrere tausend Gewerbebetriebe in Steglitz-Zehlendorf, Lichterfelde, Nikolassee und angrenzenden Ortsteilen waren mehrere Tage ohne Strom. Auch Mobilfunk, Internet, Heizungsanlagen und Aufzüge fielen aus – und das bei winterlichen Temperaturen.
Schulen blieben geschlossen, Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser mussten mit Notstromaggregaten arbeiten. In mehreren Bezirken wurden Wärmestuben und Notunterkünfte eingerichtet, um besonders gefährdete Menschen zu versorgen. Die vollständige Wiederherstellung der Stromversorgung zog sich über mehrere Tage hin.
Eichelbaum: Täter seit Jahren aktiv
Für Eichelbaum ist der Anschlag kein Einzelfall. „Die sogenannte Vulkangruppe ist seit Jahren durch Brandanschläge in Berlin und Brandenburg bekannt – unter anderem auf Industrieanlagen und die Energieversorgung“, erklärt er. Der Angriff in Lichterfelde markiere eine neue Dimension, weil gezielt die Versorgung der Bevölkerung lahmgelegt worden sei.
Solche Taten dürften nicht als radikaler Protest verharmlost werden. Wer bewusst Stromausfälle verursache, nehme massive Risiken für Gesundheit, Sicherheit und wirtschaftliche Existenz in Kauf.
Forderung nach besserem Schutz kritischer Infrastruktur
Der CDU-Politiker fordert konkrete Konsequenzen. Energieanlagen, Netzknoten und andere sensible Einrichtungen müssten deutlich besser geschützt werden. Dazu zählten aus seiner Sicht technische Sicherungen wie Videoüberwachung sowie strengere Zugangs- und Informationsregeln.
„Sensible Daten über die Stromversorgung dürfen nicht mehr veröffentlicht werden. Sicherheit geht hier vor Datenschutz“, so Eichelbaum. Der Staat müsse verhindern, dass Angreifer Schwachstellen der Infrastruktur leicht identifizieren könnten.
Klare Linie gegen Extremismus
Eichelbaum betont, dass der Rechtsstaat bei politisch motivierter Gewalt keine Unterschiede machen dürfe. „Es darf keinen Zweifel geben: Gewalt gegen unser Gemeinwesen – egal ob von rechts, links oder religiösen Extremisten – wird mit der vollen Härte des Gesetzes beantwortet.“
Der Anschlag in Berlin-Lichterfelde sei ein Weckruf, den Schutz kritischer Infrastruktur neu zu bewerten – nicht nur in Berlin, sondern auch in Brandenburg und im gesamten Bundesgebiet.
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