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Nahverkehr unter Druck: Senioren sehen gravierende Lücken im Süden des Landkreises

Landkreis Teltow-Fläming – Mobilität bleibt ein Reizthema – vor allem für ältere Menschen im ländlichen Raum. Der Kreisseniorenbeirat schlägt beim aktuellen Nahverkehrsplan 2026–2027 Alarm.


„Kein Luxus, sondern Voraussetzung“

Für viele Seniorinnen und Senioren ist der öffentliche Nahverkehr weit mehr als nur ein Transportmittel. Er entscheidet über Selbstständigkeit, soziale Teilhabe und Lebensqualität. Entsprechend deutlich fällt die Kritik des Kreisseniorenbeirats Teltow-Fläming aus.


Der aktuelle Nahverkehrsplan enthalte zwar Ansätze zur Verbesserung – etwa beim Thema Barrierefreiheit oder bei modernen Mobilitätsformen. Doch aus Sicht der Interessenvertretung bleibe die tatsächliche Versorgung vieler Orte unzureichend.


Nord-Süd-Gefälle spaltet den Landkreis

Besonders kritisch bewertet der Beirat die strukturellen Unterschiede innerhalb des Landkreises. Während im nördlichen Bereich, insbesondere im Berliner Umland, vergleichsweise dichte Verbindungen bestehen, sieht die Lage im Süden deutlich anders aus.


Dort seien zahlreiche Orte nur eingeschränkt erreichbar. Für ältere Menschen, die auf regelmäßige Fahrten zu Ärzten, Einkaufsmöglichkeiten oder sozialen Angeboten angewiesen sind, stelle dies ein erhebliches Problem dar.

Busse fahren – aber oft nur für Schüler

Ein zentraler Kritikpunkt: Die Ausrichtung vieler Busverbindungen am Schülerverkehr. Außerhalb der Schulzeiten dünnt das Angebot spürbar aus.


Gerade für Senioren, deren Tagesabläufe nicht an Schulzeiten gebunden sind, führt das zu massiven Einschränkungen im Alltag. Arzttermine, Behördengänge oder Besuche werden so zur organisatorischen Herausforderung.


Wochenende als blinder Fleck

Besonders deutlich werden die Defizite am Wochenende. Viele Verbindungen entfallen vollständig oder sind stark reduziert.


Aus Sicht des Seniorenbeirats droht hier ein ernstzunehmendes gesellschaftliches Problem: soziale Isolation. Wer am Wochenende keine Möglichkeit hat, mobil zu sein, bleibt oft auf sich allein gestellt.


Rufbus: Ergänzung statt Lösung

Der Ausbau von Rufbus-Angeboten wird grundsätzlich positiv bewertet – allerdings mit klaren Einschränkungen.


Komplizierte Buchungsprozesse, notwendige Vorlaufzeiten und teilweise zusätzliche Kosten erschweren die Nutzung. Der Rufbus könne daher den klassischen Linienverkehr nicht ersetzen, sondern lediglich ergänzen.


Freizeit bleibt außen vor

Auch im Bereich Freizeit sehen die Senioren deutlichen Nachholbedarf. Sportvereine, Begegnungsstätten und Veranstaltungen seien häufig:

  • abends schwer erreichbar

  • am Wochenende kaum angebunden


Das Problem betreffe nicht nur ältere Menschen, sondern auch Familien und Jugendliche – und damit die gesamte soziale Infrastruktur im Landkreis.


Klare Forderungen an Politik und Planung

Der Kreisseniorenbeirat formuliert konkrete Erwartungen:

  • verlässliche Grundversorgung an allen Tagen

  • bessere Abend- und Wochenendverbindungen

  • einfachere Nutzung von Rufbus-Systemen

  • konsequenter Ausbau barrierefreier Haltestellen

  • stärkere Berücksichtigung von Freizeit- und Sozialverkehren


Zudem fordert das Gremium, künftig stärker in Planungsprozesse eingebunden zu werden. Die Erfahrungen älterer Menschen müssten systematisch berücksichtigt werden.


Deutliche Worte zur politischen Debatte

Auch aus dem Umfeld der Pressemitteilung kommt Kritik am Umgang mit dem Thema. So wird angemerkt, die öffentliche und politische Diskussion wirke auffallend zurückhaltend, obwohl Fehlentwicklungen sichtbar seien. Teilweise wird sogar ein grundlegender Neustart der Planung gefordert.


Diese Einschätzungen sind als Meinungsäußerungen einzuordnen, verdeutlichen jedoch die wachsende Unzufriedenheit mit der aktuellen Situation.


Fazit: Mobilität bleibt Baustelle

Der Nahverkehr im Landkreis Teltow-Fläming steht vor strukturellen Herausforderungen. Besonders im ländlichen Raum zeigt sich, dass bestehende Konzepte nicht alle Bevölkerungsgruppen gleichermaßen erreichen.


Für den Kreisseniorenbeirat ist klar: Mobilität ist Teil der Daseinsvorsorge – und muss entsprechend umfassend gedacht werden.

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