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Offener Brief zur Kita-Politik

Nuthe-Urstromtal. Mit deutlichen Worten wendet sich Bürgermeister Stefan Scheddin (parteilos) in einem offenen Brief an die Abgeordneten des Landtages Brandenburg.


Titel des dreiseitigen Schreibens: „Frühkindliche Bildung braucht keine Worthülsen, sondern Wirklichkeitssinn“. Der Brief datiert vom 2. Februar 2026 und richtet sich ausdrücklich auch an die laufenden Koalitionsverhandlungen zwischen SPD und CDU.


Deutliche Kritik am Bildungsplan

Scheddin betont zu Beginn, er äußere sich nicht parteipolitisch, sondern aus kommunaler Verantwortung heraus. Frühkindliche Bildung betreffe unmittelbar die kommunale Ebene – die Einrichtungen, die Familien und die Fachkräfte vor Ort.


Mit Blick auf die vergangenen Jahre schreibt er, die Entwicklung in der frühkindlichen Bildung sei „alles andere als ein Fortschritt“ gewesen.

Der Bildungsplan wirke in der Umsetzung mitunter wie „Improvisationstheater“. Er schildert eine Praxis, in der Erzieherinnen und Erzieher zwischen Betreuung, Dokumentation und individueller Förderplanung zerrieben würden.


Der Anspruch, jedes Kind individuell zu begleiten, zu dokumentieren und zu fördern, sei in der Realität weder personell noch finanziell zu leisten. Ein erheblicher Personalaufwuchs wäre notwendig – dieser sei derzeit jedoch nicht realistisch.


„Kinder brauchen Vorbilder“

Besonders deutlich wird der Bürgermeister bei seiner inhaltlichen Forderung: Kitas müssten wieder stärker auf Struktur, Anleitung und Schulvorbereitung setzen.

In seinem Brief heißt es sinngemäß, Kinder sollten im Kindergarten wieder gemeinsam lernen – mit klaren Strukturen und pädagogischer Führung.


Er formuliert zugespitzt: Kinder bräuchten keine Animateure, sondern Vorbilder. Sie benötigten Erwachsene, die nicht nur dokumentierten, sondern auch erziehen dürften. Ziel müsse es sein, Kinder wieder schulfähig zu machen – altersgerecht, alltagsnah und mit klaren Zielen.


Scheddin warnt vor einer Entwicklung, in der Selbstverwirklichung betont werde, ohne das Einfügen in Gemeinschaft ausreichend zu stärken. Auf Dauer könne das gesellschaftliche Folgen haben.


Appell an die Koalitionsverhandler

Vor dem Hintergrund des drohenden Milliarden-Defizits im Landeshaushalt 2027/2028 fordert der Bürgermeister mehr Realitätssinn und weniger pädagogische „Schönwetterlyrik“.

Die neue Landesregierung habe nun die Chance, bewährte Strukturen wieder stärker in den Mittelpunkt zu rücken.


Abschließend bietet Scheddin Gespräche an und wirbt für eine praxisnahe Debatte mit den Verantwortlichen vor Ort.

Der offene Brief wurde neben den Landtagsabgeordneten auch an Landkreise, Kommunen, Medien sowie weitere öffentliche Institutionen versandt.

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