Rechtsextremist in Luckenwalde? Stadt rüstet sich gegen rechtsextremen Auftritt
- Redaktion

- 18. Jan.
- 2 Min. Lesezeit
Luckenwalde - Der geplante Auftritt des österreichischen Rechtsextremisten Martin Sellner sorgt in Luckenwalde weiter für deutliche Reaktionen. Auch nachdem die ursprünglich von AfD-Politikern angekündigte Veranstaltung offiziell als abgesagt gilt, hält die Stadtgesellschaft an einer Gegen-Demonstration am Donnerstag, 22. Januar, um 18 Uhr auf dem Luckenwalder Boulevard (Breite Straße) fest. Unter dem Motto „Der Boulevard ist bunter als blau-braun“ wollen die Initiatoren ein Zeichen "gegen Hass, Hetze und Rassismus" setzen.

Stadt bezieht klar Stellung
In einer Pressemitteilung stellt sich die Stadt Luckenwalde ausdrücklich hinter die Demonstration. Hintergrund ist, dass Sellner – trotz der erklärten Absage – weiterhin mit inhaltlich identischen Treffen im Umfeld der AfD in Verbindung gebracht wird. In der Mitteilung heißt es, Sellners rechtsextreme Aussagen seien vom Bundesverwaltungsgericht als verfassungswidrig eingestuft worden.
Bürgermeister Jochen Neumann findet deutliche Worte. Es sei „unerträglich“, dass ein extrem rechter Akteur, der nicht ohne Grund ein Einreiseverbot für die Schweiz erhalten habe, mit Luckenwalde in Verbindung gebracht werde. Die Stadt ruft die Bevölkerung auf, Haltung zu zeigen und klarzumachen, wofür Luckenwalde stehe.
Protest bleibt – trotz Absage
Das zivilgesellschaftliche Bündnis betont, dass der Protest nicht abgesagt wird. Auch wenn der konkrete Auftritt in Luckenwalde offiziell nicht mehr stattfinden sollte, gehe es um ein grundsätzliches Signal. In einem gemeinsamen Aufruf heißt es, rechtsextreme Treffen mit vergleichbaren Inhalten würden andernorts oder zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden – umso wichtiger sei es, jetzt sichtbar zu widersprechen.
Unterstützt wird die Demonstration von einem breiten Bündnis aus Parteien, Jugendorganisationen und Gewerkschaften, darunter SPD, Bündnis 90/Die Grünen, Jusos, Grüne Jugend, DGB sowie weitere Initiativen aus dem Landkreis Teltow-Fläming.
Neben dem Bürgermeister melden sich auch weitere Akteure zu Wort. Tom Siedenberg erklärte gegenüber dem Flämont, Luckenwalde sei und bleibe eine vielfältige, bunte Stadt. Für Konzepte wie die von Sellner propagierte „Remigration“ gebe es keinen Platz. Die Verantwortung bestehe darin, frühzeitig gegenzuhalten und menschenfeindlichen Ideologien keinen Raum zu lassen.
Ein Signal über den Tag hinaus
Die Demonstration soll damit nicht nur eine Reaktion auf einen einzelnen Auftritt sein, sondern ein dauerhaftes Signal: Luckenwalde versteht sich als Stadt der Solidarität, des Zusammenhalts und der Demokratie. Der Boulevard wird am Donnerstagabend zum sichtbaren Ausdruck dieses Selbstverständnisses.
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