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Seniorenbeirat Rangsdorf schlägt Alarm: Zwischen Hospizarbeit, Haushaltskritik und politischem Appell

Rangsdorf – Der Seniorenbeirat der Gemeinde Rangsdorf meldet sich mit gleich mehreren Themen zu Wort – und zeichnet dabei ein vielschichtiges Bild: von konkreter Hilfe am Lebensende über finanzielle Sorgen bis hin zu grundsätzlicher Kritik am politischen Diskurs.


Hospizarbeit vor Ort: „Mit Würde begleiten“

Ein zentrales Thema der jüngsten Sitzung war die Vorstellung des Hospizdienstes Rangsdorf.

Der Beirat legt dabei besonderen Wert auf eine klare Abgrenzung: Es handele sich ausdrücklich nicht um einen Sterbehilfeverein, sondern um einen ambulanten Hospizdienst nach § 39a SGB V.


Ziel sei es, schwerkranke und sterbende Menschen sowie deren Angehörige zu begleiten – mit Zeit, Zuwendung und menschlicher Nähe.


Ergänzend dazu soll in Rangsdorf eine Palliativversorgung aufgebaut werden, die medizinische und pflegerische Betreuung sicherstellt und vor allem die Lebensqualität der Betroffenen in den Mittelpunkt stellt.


Doch der Aufbau dieser Struktur steht noch am Anfang. Rund 30.000 Euro Anschubfinanzierung würden benötigt. Der Hospizdienst ruft daher zu Spenden auf, um das Angebot überhaupt realisieren zu können.


Parallel dazu plant der Beirat weitere Formate wie einen „Seniorenkaffee Hospiz“, bei dem es jedoch noch Klärungsbedarf gebe.


Haushalt unter Druck: Kritik am Nachtrag 2026

Deutlich schärfer wird der Ton beim Blick auf die kommunalen Finanzen. Der Seniorenbeirat hat die Beschlussvorlage zum Nachtragshaushalt 2026 intensiv geprüft – und kommt zu einem klaren Ergebnis: Der Entwurf sei in der vorliegenden Form nicht zustimmungsfähig.


Als Gründe nennt das Gremium unter anderem wegbrechende Einnahmen, etwa im Zusammenhang mit dem Projekt „Am Flugfeld“, sowie gleichzeitig steigende Ausgaben.


Daraus ergebe sich eine angespannte finanzielle Lage, die nicht nur kurzfristig wirke, sondern auch zukünftige Haushaltsjahre belasten könne.


Besonders kritisch sieht der Beirat mögliche Folgen für freiwillige Leistungen. Gerade Angebote für ältere Menschen, Begegnungsstätten und Maßnahmen zur sozialen Teilhabe könnten unter Druck geraten. Diese seien jedoch, so die Argumentation, zentral für den gesellschaftlichen Zusammenhalt.


Der Vorsitzende des Beirates betont, Themen wie Pflege, Mobilität oder Barrierefreiheit dürften nicht unter Finanzierungsvorbehalt gestellt werden. Gefordert wird eine klare Prioritätensetzung zugunsten sozialer Infrastruktur – sowie eine frühzeitigere Einbindung des Beirates in finanzpolitische Entscheidungen.


Kassenprüfung: Solide Basis – aber organisatorische Schwächen

Auch ein Prüfbericht zur Gemeindekasse lag dem Beirat vor. Das Fazit fällt gemischt aus: Grundsätzlich arbeite die Finanzverwaltung ordnungsgemäß, gravierende Unregelmäßigkeiten seien nicht festgestellt worden.


Gleichzeitig gebe es jedoch organisatorische und formale Mängel, die behoben werden müssten. Dazu zählen unter anderem veraltete Dienstanweisungen, unklare Bankberechtigungen sowie Buchungsrückstände.


Die Verwaltung wurde demnach aufgefordert, diese Punkte zeitnah zu klären.


Politischer Diskurs: Forderung nach mehr Sachlichkeit

Neben lokalen Themen meldet sich auch die Senioren Union Rangsdorf zu Wort.

Sie kritisiert eine aus ihrer Sicht zunehmend einseitige Berichterstattung über die Bundesregierung und fordert mehr Ausgewogenheit im öffentlichen Diskurs.


Zugleich wird auch die Opposition in die Pflicht genommen. Diese liefere aus Sicht der Senioren Union zu selten konkrete Alternativen und konzentriere sich stattdessen häufig auf Kritik.


Angesichts zahlreicher Krisen der vergangenen Jahre brauche es, so die Position, mehr vorausschauendes Handeln und weniger Reaktion auf Ereignisse. Insgesamt wird ein stärkerer Fokus auf das Gemeinwohl gefordert.


Zwischen Engagement und Sorge um die Zukunft

Die verschiedenen Themen zeigen: Der Seniorenbeirat versteht sich nicht nur als Interessenvertretung älterer Menschen, sondern als aktiver Akteur in der Gemeinde.


Einerseits steht das konkrete Engagement im Vordergrund – etwa beim Aufbau der Hospiz- und Palliativversorgung. Andererseits wächst die Sorge, dass finanzielle Engpässe genau diese sozialen Angebote gefährden könnten.


Damit richtet sich der Blick nun auf die Gemeindevertretung: Sie muss entscheiden, wie es mit dem Haushalt weitergeht – und welchen Stellenwert soziale Infrastruktur künftig in Rangsdorf haben wird.

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