Tierseuchen-Alarm im Landkreis: Newcastle-Krankheit breitet sich weiter aus
- Redaktion

- 8. Mai
- 2 Min. Lesezeit
Landkreis Teltow-Fläming – Wegen weiterer Fälle der Newcastle-Krankheit hat der Landkreis Teltow-Fläming seine Schutzmaßnahmen deutlich verschärft.
Eine neue Tierseuchenallgemeinverfügung wurde jetzt veröffentlicht. Hintergrund ist die Sorge vor einer weiteren Ausbreitung der hochansteckenden Geflügelkrankheit – insbesondere rund um den Raum Bestensee.
Die Maßnahmen ergänzen eine bereits im März erlassene Verfügung und betreffen Geflügelhalter im gesamten betroffenen Gebiet.
Strenge Kontrollen in Schutz- und Überwachungszonen
Rund um einen betroffenen Betrieb gelten ab sofort umfangreiche Kontrollmaßnahmen.
Innerhalb eines Radius von einem Kilometer – der sogenannten Hochrisikozone – werden sämtliche Geflügelhaltungen virologisch untersucht. Zusätzlich sollen mindestens zehn Prozent der Betriebe in der Schutzzone stichprobenartig kontrolliert werden.
Auch in der Überwachungszone sind risikoorientierte Vor-Ort-Kontrollen vorgesehen.
Der Landkreis will damit eine unbemerkte Weiterverbreitung des Virus frühzeitig erkennen.
Besonders wichtig: Geflügelhalter müssen ihre Tiere nun engmaschig beobachten.
Wenn innerhalb von 24 Stunden mehr als 0,5 Prozent der Tiere sterben oder sich Legeleistung und Gewichtsentwicklung auffällig verändern, muss sofort das Veterinäramt eingeschaltet werden.
Märkte und Ausstellungen verboten
Mit der neuen Allgemeinverfügung werden zudem sämtliche Geflügelausstellungen, Märkte, Messen sowie sonstige Veranstaltungen mit Geflügel und Tauben untersagt.
Außerdem gelten verschärfte Hygiene- und Biosicherheitsmaßnahmen. Tierhalter müssen unter anderem Schutzkleidung tragen sowie Ställe, Gerätschaften und Fahrzeuge konsequent reinigen und desinfizieren.
Verendete Tiere müssen entsprechend der geltenden EU-Vorschriften entsorgt werden.
Krankheit kann ganze Bestände töten
Die Newcastle-Krankheit – auch atypische Geflügelpest genannt – wird durch ein aviäres Paramyxovirus verursacht und gilt als weltweit verbreitet.
Besonders Hühner und Puten sind gefährdet. Die Krankheit kann unterschiedlich schwer verlaufen: von milden Symptomen bis hin zu plötzlichen Todesfällen ganzer Bestände.
Zu den typischen Anzeichen gehören Atemnot, grüner Durchfall, geschwollene Augenlider, verringerte Legeleistung sowie neurologische Symptome wie Zittern oder Halsverdrehen.
Die Übertragung erfolgt sowohl direkt zwischen Tieren als auch indirekt über Menschen, Fahrzeuge, Eier, Futter oder Gerätschaften. Für Hühner und Puten besteht in Deutschland eine gesetzliche Impfpflicht.
Für Menschen weitgehend ungefährlich
Nach Angaben des Landkreises ist das Virus für Menschen ungefährlich. Nur bei sehr engem Kontakt mit erkrankten Tieren könne es in seltenen Fällen zu Bindehautentzündungen kommen.
Weitere Informationen sowie Hinweise zur Biosicherheit stellt der Landkreis Teltow-Fläming über seine Internetseite und das Friedrich-Loeffler-Institut bereit.
Veterinäramt erreichbar
Das Veterinäramt des Landkreises ist per E-Mail unter veterinaeramt@teltow-flaeming.de sowie telefonisch unter 03371 608 2215 erreichbar.
Außerhalb der Öffnungszeiten steht ein amtstierärztlicher Bereitschaftsdienst zur Verfügung.
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