Trichinen-Alarm: Wildschwein betroffen
- Redaktion

- 20. Feb.
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Rangsdorf - Im Landkreis Teltow-Fläming ist bei einem Wildschwein ein Trichinenbefall festgestellt worden. Das teilte das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt mit.
Das Tier war in einem Jagdgebiet nahe Rangsdorf im Nordosten des Landkreises erlegt worden – an der Grenze zum Landkreis Dahme-Spreewald.
Bei der vorgeschriebenen Untersuchung von Schwarzwild wurden am 16. Februar 2026 in der abgegebenen Muskulaturprobe Trichinellenlarven nachgewiesen. Eine Nachuntersuchung durch das zuständige Amt bestätigte den Befund.
Am 18. Februar 2026 erfolgte zudem die Bestätigung durch das Referenzlabor für Trichinella am Bundesinstitut für Risikobewertung.
Kontrolle rettet vor Risiko
Trichinen sind mit bloßem Auge nicht erkennbar. Umso wichtiger ist die gesetzlich vorgeschriebene Untersuchung aller Wild- und Hausschweine sowie weiterer empfänglicher Tierarten wie Pferd, Dachs, Waschbär oder Fuchs.
In Brandenburg wurden im Jahr 2024 sechs, 2025 acht Trichinennachweise bei Wildschweinen registriert. Bundesweit waren es 2025 insgesamt 19 Fälle – allein zehn davon in Mecklenburg-Vorpommern. Bei Hausschweinen gab es 2025 deutschlandweit keinen Nachweis.
Der aktuelle Fall aus dem Raum Rangsdorf zeigt nach Einschätzung des Veterinäramtes erneut, wie wichtig die konsequente Kontrolle vor der Weiterverarbeitung oder Zubereitung von Fleisch ist.
Was sind Trichinen?
Trichinen sind kleine Fadenwürmer, die sich in der Muskulatur von Säugetieren, Vögeln und Reptilien einkapseln. Eine Infektion beim Menschen wird als Trichinellose bezeichnet.
Die Übertragung erfolgt durch den Verzehr von rohem oder unzureichend erhitztem Fleisch infizierter Tiere – etwa durch Hackfleisch, Rohwürste wie Salami oder Knacker oder nicht ausreichend gegarten Braten.
Nach der Aufnahme werden die Larven im Magen freigesetzt, gelangen in den Dünndarm, vermehren sich und wandern anschließend über Blut- und Lymphgefäße in die Muskulatur. Dort können sie bis zu 30 Jahre infektiös bleiben.
Symptome können schwerwiegend sein
Eine Trichinellose kann mild verlaufen, im Extremfall jedoch tödlich enden. Zu Beginn treten häufig unspezifische Symptome wie Fieber, Durchfall, Erbrechen, Bauchschmerzen oder starkes Durstgefühl auf.
Im weiteren Verlauf können Muskelschmerzen, Muskelverhärtungen, Atem- und Schluckbeschwerden, Gesichtsschwellungen, Kopfschmerzen oder Sehstörungen hinzukommen.
Der Schweregrad hängt von der aufgenommenen Larvenmenge sowie vom individuellen Immunsystem ab. Entscheidend für den Therapieerfolg ist ein möglichst früher Behandlungsbeginn.
Klare Regeln für Jäger und Vermarktung
In Deutschland ist die Trichinenuntersuchung gesetzlich vorgeschrieben. Bei Hausschweinen erfolgt die Probenahme durch den Fleischbeschautierarzt.
Bei Wildschweinen darf der Jäger die Probe entnehmen, sofern er geschult und vom zuständigen Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt beauftragt ist.
Wichtig: Eine Verarbeitung oder Abgabe des Tierkörpers darf erst nach Abschluss der Untersuchung erfolgen. Andernfalls liegt ein Straftatbestand vor.
Weitere Informationen zum Thema „Trichinenuntersuchung“ stellt der Landkreis online bereit unter:👉 https://www.teltow-flaeming.de/was-erledige-ich-wo
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