Verkehr bewegt die Region: Bürgerdialog in Dahlewitz dreht sich um Busse, Bahn und Infrastruktur
- Redaktion

- 10. März
- 2 Min. Lesezeit
Blankenfelde-Mahlow / Dahlewitz - Wenn Bürgerinnen und Bürger über Politik sprechen wollen, geht es oft um ganz konkrete Fragen des Alltags. Beim Bürgerdialog „Was bewegt Dich?“ im Bürgerhaus „Bruno Taut“ in Dahlewitz zeigte sich schnell: In der Flughafenregion ist es vor allem die Verkehrspolitik, die viele Menschen beschäftigt.
Zu der Veranstaltung am 6. März hatten die SPD-Landtagsabgeordneten Ines Seiler und Martina Maxi Schmidt eingeladen. Aus einem offenen Gespräch entwickelte sich rasch eine intensive Diskussion über Verkehrsprojekte, Infrastruktur und die Zukunft der Mobilität im südlichen Berliner Umland.
Infrastruktur unter Sparzwang
Mit Blick auf den kürzlich vorgestellten Koalitionsvertrag von SPD und CDU sprach Ines Seiler von „bewegenden Zeiten“. Das Land müsse weiterhin sparen, was auch Auswirkungen auf Infrastrukturprojekte habe.
Martina Maxi Schmidt betonte zugleich, dass die Verkehrswende ein zentrales Thema bleibe. Derzeit gehe es jedoch häufig darum, bestehende Strukturen zu sichern. Man müsse priorisieren und prüfen, welche Projekte tatsächlich notwendig und umsetzbar seien.
Diskussion über neue Bahnverbindungen
Ein Schwerpunkt der Diskussion war die mögliche bessere Anbindung von Blankenfelde-Mahlow an den Berliner Außenring. Obwohl die Bahntrasse bereits durch das Gemeindegebiet verläuft, profitiert die Kommune bislang kaum davon.
Nach Einschätzung des SPD-Fraktionsvorsitzenden in der Gemeindevertretung, Matthias Knake, könnte eine entsprechende Anbindung die Reisezeit nach Potsdam deutlich verkürzen.
Diskutiert wurde zudem die Idee eines sogenannten Turmbahnhofs, an dem Reisende künftig zwischen der Dresdener Bahn und dem Berliner Außenring umsteigen könnten.
Streitpunkt: S-Bahn nach Rangsdorf
Auch die Verkehrsanbindung von Rangsdorf war Thema. Eine Bürgerin kritisierte etwa die derzeit noch geringe Taktung der Regionalzüge auf der Dresdener Bahn, die unter anderem mit laufenden Bauarbeiten zusammenhängt.
Uneinigkeit herrschte hingegen bei der Frage, ob eine Verlängerung der Berliner S-Bahn nach Rangsdorf sinnvoll sei.
Seiler zeigte sich skeptisch und verwies auf Kosten-Nutzen-Untersuchungen sowie auf einen künftig vorgesehenen annähernden 20-Minuten-Takt im Regionalverkehr. Aus ihrer Sicht sei eine S-Bahn-Verlängerung daher nicht zwingend erforderlich.
Rufbusse als möglicher Schlüssel
Stattdessen setzt die Landtagsabgeordnete auf andere Ansätze zur Verbesserung der Mobilität. Besonders im ländlichen Raum könne ein stärker ausgebautes Rufbussystem helfen, Verkehrslücken zu schließen.
Kritisch äußerte sich Seiler in diesem Zusammenhang über Einsparungen im öffentlichen Nahverkehr im Landkreis Teltow-Fläming. Gerade bei knappen Haushaltsmitteln müsse dennoch weiter in moderne Mobilitätsangebote investiert werden. „Es braucht einen Wandel im Denken“, erklärte sie.
Ein konkretes Beispiel sei das Gewerbegebiet in Dahlewitz. Dort könnte ein stärker auf Schichtzeiten abgestimmter Busverkehr – möglicherweise in Kooperation mit den ansässigen Unternehmen – die Erreichbarkeit deutlich verbessern.
Viele Themen – eine klare Priorität
Neben Verkehrsthemen kamen im Bürgerdialog auch Fragen zu Digitalisierung, Energiewende und Extremismusprävention zur Sprache. Doch der Schwerpunkt des Abends blieb eindeutig die Mobilität.
Ob Bahnverbindungen, Busangebote oder Infrastrukturprojekte – für viele Menschen in der Region entscheidet sich an der Verkehrspolitik ganz konkret, wie gut Alltag, Arbeit und Pendeln künftig funktionieren.
.png)



Kommentare