Zukunft des Strandgeländes am Rangsdorfer See: Ideen, Chancen – und offene Fragen
- Redaktion

- vor 2 Tagen
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Rangsdorf - Wie geht es weiter mit dem traditionsreichen Strandgelände am Rangsdorfer See? Diese Frage stand im Mittelpunkt einer Einwohnerversammlung im Rathaus, zu der Bürgermeister Klaus Rocher eingeladen hatte.
Mehr als 40 Bürgerinnen und Bürger folgten dem Aufruf – und brachten zahlreiche Ideen, aber auch kritische Punkte ein.
Erste Maßnahmen laufen bereits
Kurzfristig soll sich am Zustand des Geländes bereits etwas verbessern.
Nach Angaben der Gemeinde wurde das Areal beräumt, die Gasversorgung geklärt und eine neue Edelstahlausstattung für die Toilettenanlage bestellt. Für die Sommerferien ist zudem eine mobile Toilette in den Abendstunden vorgesehen.
Parallel dazu läuft die Ausschreibung für die Bewirtschaftung des Strandgeländes.
Nach Angaben aus der Versammlung gebe es hierfür zahlreiche Bewerbungen, über die zeitnah entschieden werden solle.
Gerichtsurteil könnte alles verändern
Doch über allem steht ein entscheidender Unsicherheitsfaktor: eine anstehende Verhandlung vor dem Landgericht Potsdam.
Sollte das Gericht der bisherigen Betreiberin – der Lido GmbH – das Gelände wieder zusprechen, könnten geplante Maßnahmen ins Leere laufen. Im Umkehrschluss würde ein anderes Urteil den Weg für neue Konzepte frei machen.
Viele Ideen aus der Bürgerschaft
Die Diskussion zeigte: Das Interesse an der Zukunft des Strandbades ist groß – ebenso die Bandbreite der Vorschläge.
Im Raum standen unter anderem:
Tourismusabgaben oder Eintrittsgelder für auswärtige Gäste
Parkgebühren zur besseren Steuerung des Besucheraufkommens
ein Campingplatz, der laut Versammlung auf breite Zustimmung gestoßen sei
die Umnutzung des Sportplatzes an der Birkenallee als Parkplatz oder Festfläche
Kontrovers diskutiert wurde hingegen die Idee, dort einen Park anzulegen.
Balance zwischen Natur und Nutzung
Neben wirtschaftlichen Fragen spielten auch Umwelt- und Anwohnerinteressen eine zentrale Rolle. Themen wie Naturschutz, mögliche Umzäunung oder Lärmemissionen wurden ebenso angesprochen wie der Wunsch nach Veranstaltungen und touristischer Belebung.
Ein Teilnehmer erinnerte dabei an die „glanzvollen Zeiten“ des Lidos in den 1920er- und 30er-Jahren – und äußerte die Hoffnung, dass künftig wieder „ein bisschen mehr Flair“ an den Rangsdorfer See zurückkehre.
Vom Neustart zur Bürgerbeteiligung
Bereits im Februar hatte die Gemeinde einen umfassenden Neustart für das Strandgelände angekündigt. Nach der Übernahme des Areals Mitte Januar standen zunächst Aufräumarbeiten, technische Prüfungen sowie erste Verschönerungsmaßnahmen im Fokus.
Auch die Modernisierung der Sanitäranlagen und die geplante Ausschreibung für Imbissangebote waren Teil dieses ersten Maßnahmenpakets.
Die nun durchgeführte Einwohnerversammlung knüpft direkt daran an: Während kurzfristige Verbesserungen bereits umgesetzt oder angestoßen sind, rückt nun die langfristige Entwicklung des Geländes stärker in den Mittelpunkt.
Zwischen Aufbruch und Unsicherheit
Die Versammlung macht deutlich: Der Wille zur Weiterentwicklung ist vorhanden – sowohl in der Verwaltung als auch in der Bürgerschaft. Gleichzeitig hängt die konkrete Zukunft des Strandgeländes derzeit stark von rechtlichen Entscheidungen ab.
Erst wenn hier Klarheit herrscht, dürfte sich zeigen, welche der vielen Ideen tatsächlich umgesetzt werden können – und wie sich das Strandbad langfristig positioniert.
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