Fachkräfte, Energie, Bürokratie: Was Teltow-Flämings Wirtschaft jetzt braucht
Landkreis Teltow-Fläming - steht wirtschaftlich vergleichsweise gut da. Doch wie bleibt das so? Bei der Wirtschaftswoche ging es um fehlende Fachkräfte, den Generationenwechsel in Betrieben und bessere Bedingungen für Investitionen. Zugleich startete die Bewerbungsrunde für den Preis der Wirtschaft 2027.
Ein starker Branchenmix ist eine gute Grundlage. Damit Unternehmen auch künftig investieren und Arbeitsplätze sichern können, braucht es allerdings mehr. Das wurde beim Auftakt der Wirtschaftswoche Teltow-Fläming am 28. September deutlich. Unter dem Motto „Zukunft machen“ kamen Vertreter aus Unternehmen, Politik, Kommunen und Wissenschaft zusammen. Die Veranstaltungswoche lief bis zum 2. Oktober.
Die Ausgangslage kann sich nach Angaben des Landkreises sehen lassen: Im Niveauranking des IW-Regionalrankings 2026 erreicht Teltow-Fläming Platz 43 unter 400 untersuchten Regionen Deutschlands. Hinzu kommen Industrie, Handwerk und Landwirtschaft sowie die Anbindung an Berlin und wichtige europäische Verkehrsachsen.
Wer arbeitet morgen – und wer übernimmt?
Zu den zentralen Themen gehörte die Frage, wie Betriebe qualifizierte Beschäftigte gewinnen und dauerhaft in der Region halten können. Gleichzeitig steht in vielen mittelständischen Unternehmen ein Generationenwechsel an. Für eine erfolgreiche Übergabe braucht es geeignete Nachfolger und verlässliche Beratung.
Auch die Digitalisierung beschäftigte die Teilnehmer. Sie soll branchenübergreifend vorankommen. Weitere Herausforderungen sind bezahlbare Energie, wettbewerbsfähige Kosten und bürokratische Hürden. Gerade für kleine und mittlere Unternehmen seien einfache und transparente Förderverfahren wichtig, heißt es in der Mitteilung zur Veranstaltung.

Bild: LK TF
Landrätin Kornelia Wehlan verwies auf die Mischung aus Industrie, innovativem Mittelstand, rund 2.900 Handwerksbetrieben und einer robusten Agrarstruktur. Entscheidend sei, diese Stärken zu nutzen und bei Fachkräften, Innovation, Infrastruktur und den Rahmenbedingungen für Unternehmen gemeinsam voranzukommen.
Rückenwind für den Biotechnologiepark
Ein konkretes Beispiel für die Verbindung von Forschung und Wirtschaft ist der Biotechnologiepark Luckenwalde. Dort sollen wissenschaftliche Erkenntnisse den Weg in neue Produkte, Dienstleistungen und Arbeitsplätze finden.
Staatssekretär Hendrik Fischer ging in seinem Impulsvortrag auf die wirtschaftliche Entwicklung Brandenburgs bis 2030 ein. Dabei hob er insbesondere den weiteren Abbau von Bürokratie hervor. Unternehmen benötigten bessere und verlässlichere Rahmenbedingungen.
Für die weitere Entwicklung des Biotechnologieparks stellte Fischer laut Mitteilung Unterstützung des Wirtschaftsministeriums in Aussicht. Konkrete Förderbeträge oder einen Zeitplan nennt die Mitteilung nicht. Im anschließenden Gespräch mit der Landrätin standen die Perspektiven und Herausforderungen für Teltow-Fläming im Mittelpunkt.
Vom Bauunternehmen bis zur Biotechnologie
Wie unterschiedlich die Unternehmen der Region aufgestellt sind, zeigten drei Kurzvorstellungen: FIEGE Logistik, die Langenlipsdorfer Fläming Bau GmbH aus Niedergörsdorf und Chiracon aus Luckenwalde präsentierten ihre Betriebe und ihre Perspektiven.
Die Beispiele reichten damit von Logistik und Bauwirtschaft bis zur pharmazeutischen Wirkstoffentwicklung. Chiracon wurde nach Angaben der Mitteilung kürzlich mit dem „Großen Preis des Mittelstandes“ ausgezeichnet.
Wirtschaftspreis 2027: Bewerbungsrunde gestartet
Beim Auftakt fiel außerdem der Startschuss für den Preis der Wirtschaft 2027. Ausgezeichnet werden sollen herausragende unternehmerische Leistungen, innovative Konzepte und besonderes Engagement im Landkreis. Informationen und das Bewerbungsformular stehen auf der Internetseite zum Preis der Wirtschaft Teltow-Fläming bereit.
Das weitere Programm der Wirtschaftswoche widmete sich unter anderem Existenzgründungen, Fördermöglichkeiten und nachhaltiger Regionalentwicklung. Dezernatsleiter Siegmund Trebschuh betonte, Zukunft entstehe dort, wo Menschen Ideen austauschten und gemeinsam handelten. Dafür solle die Wirtschaftswoche Kontakte schaffen und die Zusammenarbeit in der Region stärken.
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